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» /Anreizsystem zur Frauenförderung



Worum geht’s überhaupt?

Die Diskussion über ein Anreizsystem zur Frauenförderung läuft mittlerweile seit über drei Jahren an der Uni. Anreize zur Frauenförderung sollen durch eine Vergabe von Mitteln, die die einzelnen Leistungen der Fakultäten im Bereich der Frauenförderung würdigt, geschaffen werden. Die Mittel umfassen 2% der Titelgruppe 94 (Ausgaben für Forschung und Lehre); dies entspricht 42 938,00 DM.

Nachdem im letzten Jahr Modelle für ein Anreizsystem zwischen der Kommission für Frauenförderung (KFF) und der AG „Haushalt“ der Kommission für Entwicklung und Planung (EPK) hin und hergereicht wurden, scheint jetzt endlich Bewegung in die Sache zu kommen. Das jüngste, von der AG „Haushalt“ vorgelegte Modell stellt einen Quantensprung in der laufenden Diskussion dar. Die Forderung der Kommission für Frauenförderung (KFF) nach einer prozentualen Wertung der Einstellungen von Frauen an den Gesamteinstellungen wurde endlich berücksichtigt. Außerdem entspricht die Spreizung der Gewichtung dem frauenpolitischen Anspruch. So liegt der eindeutige Schwerpunkt der Punktevergabe bei den Einstellungen mit hoher Qualifizierung. Auf diese Weise wird der Tatsache Rechnung getragen, daß der Anteil von Frauen mit jeder weiteren Qualifikationsstufe überproportional abnimmt.

Bedauerlich bleibt trotzdem, daß sich die AG „Haushalt“ nicht dazu durchringen konnte, daß „Kaskadenmodell“ zu berücksichtigen. Innerhalb des Kaskadenmodells bezieht mensch sich immer auf die niedrigere Qualifikationsstufe. Wenn z.B. in einer Fachrichtung (Fakultät) der prozentuale Anteil von Frauen an Promotionen 50% beträgt, so sollte bei Wissenschaftlichen MitarbeiterInnen auch an Anteil von 50% angestrebt werden. Dieses Modell trägt den Möglichkeiten der einzelnen Fakultäten, Frauen fördern zu können, weit aus mehr Rechnung. Im jetzigen Modell werden alle Fakultäten, auch wenn der jeweilige Anteil an Studentinnen stark schwankt, über einen Kamm geschoren. Das gleiche gilt für die einzelnen Fachbereiche innerhalb der Fakultäten. Deshalb wäre es wünschenswert, daß Modell weiter aufzuschlüsseln um der Situation in den einzelnen Fachbereichen gerecht zu werden.

Zudem ist die Gesamtsumme, die über dieses Modell verteilt werden soll, lächerlich gering. Mehr als eine politische Wirkung ist hier nicht zu erwarten.

Das aktuelle Modell

5 Indikatoren:

I1:Frauenanteil bei Einstellungen SHK/WHK (nach Multiplikation mit dem Gewichtungsfaktor G)
I2:Frauenanteil bei Promotionen (*G)
I3:Frauenanteil bei Einstellungen von Wissenschaftlichen MitarbeiterInnen (*G)
I4:Frauenanteil bei Habilitationen (*G)
I5:Frauenanteil bei Besetzungen von Professuren (*G)

Daten: 1.12.1996 – 30.11.1997 Angaben D1

SHK/WHK: Studentische Hilfskraft, Wissenschaftliche Hilfskraft
WiMi: Wissenschaftliche MitarbeiterIn
FakultätenJur.FakultätPhil.Fak.IPhil.Fak.IIWiSoMath.-Nat.
SHK/WHK       g23559768138
G=1         w1531682878
%65,256,470,141,256,5
I165,256,470,141,256,5
Prom.         G1254637
G=1,3          w12218
%8,3405016,721,6
I210,8526521,728,1
WiMi         g81615889
G=1,7         w468421
%5037,553,35023,6
I38563,890,68540,1
Habil.         G01003
G=1,8         w01001
%01000033,3
I401800059,9
Prof.         G13233
G=2         w01110
%033,35033,30
I5066,610066,60
Summe der
Indikatoren
161418,8325,7214,5184,6
Prozentualer
Anteil
0,1230,3210,250,1640,141
42.9385.281,3713.783,0010.734,507.041,836.054,26

Kristina Link  [2. Oktober 2000]

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